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Die Nationale Saison 2018 ist wohl die Erfolgreichste Saison seit ich auf Elitestufe mitlaufe. Nicht nur konnte ich meine 4. Medaille in 5 Rennen gewinnen, auch konnte ich meinen 2. Schweizermeistertitel in dieser Saison (und überhaupt bei der Elite) holen. Auf internationaler Bühne hinke ich den tollen Leistungen von 2017 etwas hinter her, aber dass ich nicht immer überall auf der Erfolgsspur sein kann, ist mir ja auch klar.

Langdistanz SM
An der Langdistanz SM Mitte August konnte ich den tollen zweiten Rang erreichen. Eine wichtige Medaille für mich, da das Rennen besonders die besten Motoren und den besten Kampfgeist gebraucht hat – zwei Eigenschaften, die ich immer gerne bei mir sehe! Der Rückstand zum überragenden Sieger Matthias Kyburz minderte zwar die Freude etwas, aber silber ist silber.

Mitteldistanz SM
An der Mitteldistanz SM wollte es dann nicht ganz so gut klappen. Ich verlor auf zwei Routen zu viel Zeit und ein Posten an einer Kuppe auf halben Weg zu meiner Kuppe brachte mich etwas aus dem Konzept, so dass ich nochmals Zeit verlor. Am Ende resultierte der sechste Rang – was für mich auf nationaler Bühne ein kleiner Rückschlag war. Aber ich war und bin mir auch bewusst, dass es in diesem und im letzten Jahr bei den Einzel-Meisterschaften halt oft extrem gut lief. Im 2017 gewann ich Silber und Bronze bei der MOM und LOM, im 2018 waren es nun Gold (Sprint) und 2xSilber (Lang und Staffel). Und es sollte sogar noch besser kommen…

Weltcup in Norwegen
Nach der Mitteldistanz SM flogen wir nach Norwegen (Ostfold Region bei Halden). Ich wollte im ruppigen Gelände von Beginn weg Erfahrungen sammeln und für die WM 2019 positive Resultat erzielen, welche dann auch Selbstvertrauen geben sollten.
Leider merkte ich, dass in dem Gelände die Wettkampferfahrung noch viel wichtiger ist, als die Trainings vor dem Lauf. Ich brauchte einige Rennen, um den Motor zu starten und zu merken, wie schnell man in dem Gelände laufen kann. Die Langdistanz endete für mich auf dem eher enttäuschenden 48. Rang. Beim Prolog am Samstag Morgen (12h später) lief es besser, aber es schlichen sich immer noch zu viele Fehler ein – Rang 43 als Ausgangslage für den Jagdstart waren das Resultat. Im Jagdstartrennen wussten wir, dass es keine Gabelungen / Schlaufen oder ähnliches geben würde – es war also ein Crosslauf und kein Orientierungslauf. Dennoch versuchte ich möglichst aktiv zu sein und lief weite Teile mein eigenes Rennen. Am Ende wurde ich von einigen Läufern ein und überholt, welche zwar nie Karte gelesen haben – dafür einfach schneller laufen können.
Dennoch konnte ich mich um 10 Ränge verbessern und landete auf dem 33. Rang.
Die (O)L-Form ist für mich zwar fragwürdig – aber wohl als «Vermarkung» für unseren Sport kein schlechtes Werkzeug. Da fragt sich nur, wie viel Orientieren am Ende noch übrig bleibt, wenn man ein Rennen gewinnen könnte, ohne einmal die Karte anzuschauen…
Beim abschliessenden Staffelrennen wollte ich unbedingt meine Leistung vom Vorjahr (1. Rang auf der Startsrecke) bestätigen und ähnlich weit vorne zurück kommen. Ich stellte mich auf ein hartes Rennen ein und wollte von Beginn weg aggressiv mitlaufen können. Dass ich da etwas zu aggressiv gestartet bin zeigt ein Blick auf den Bildschirm nach 300m – ich lief ca. 10-15m vor dem Feld in Führung… Ich konnte meine Nerven etwas bündeln und ein ansprechendes Rennen laufen, bei dem ich mich am Ende gegen viele Topläufer durchsetzen konnte und an zweiter Stelle ins Ziel lief.
Diese Ausgangslage wussten meine Teamkollegen zu nutzen und am Ende reichte es unserem Team (Schweiz 2) zur besten schweizer Klassierung und somit einem tollen 5. Rang in der Nationenwertung. Es gibt also auch im 2018 ein «Weltcup-Diplom», auch wenn dies hier nicht wirklich an dasjenige von 2017 heran kommt.

Sprinstaffel Schweizermeisterschaften
Auch wenn der OL Verband es auf der Website nicht wirklich erwähnen wollte, unser Team der ol Norska galt schon im Vorfeld als klarer Favourit für den Sieg an der ersten offiziellen Sprinstaffel-SM. Dies auch, weil wir schon im Vorjahr die inoffizielle SM gewinnen konnten. Aber, es braucht dennoch vier solide Strecken und die gewisse Spannung.
Weil ich mich gegen Ende des Trainingslager nach dem Weltcup etwas verletzte am Knie, entschied ich mich nur die Sprinstaffel zu laufen und den nationalen Sprint vom Vormittag auszulassen. Die Organisatoren der OLG Stäfa boten uns hier wirklich ein Wettkampf auf höchstem Level und mit tollen Bahnen. Es zahlte sich für mich definitiv aus, den Fokus auf die SM zu richten.
Unser Team mit Sarina auf der ersten, Ueli auf der zweiten, mir auf der dritten und Sabe auf der vierten Strecke zeigte eine konstante Leistung von Beginn weg. Säru übergab in Führung liegend an Ueli, welcher sich tapfer durch die Bahn kämpfte. Physisch konnte Ueli nicht ganz folgen und übergab mit etwas Rückstand auf das Team aus Norwegen an mich. Diesen Rückstand vermochte ich nicht ganz weg zu machen, aber ich verringerte ihn um etwas mehr als 10 Sekunden. Sabe auf dem Schluss lief so, wie man es von einer Schlussläuferin erwartet – kontrolliert und sicher. Sie konnte die norwegische Staffel bald überholen und einem ungefährdeten Sieg entgegen laufen.

Eine tolle Medaille, weil sie im Team gewonnen wurde! Nicht nur von uns vier Athleten, auch von den Coaches + Teamkollegen daheim oder auf Platz! Ich freute mich schon während dem Rennen darauf, die Chat-Nachrichten vom Klub und vom Team zu lesen – immer wieder toll wie viel Feedback es hier gibt! Mit der Sprintstaffel-SM gewann ich also den zweiten Sprinttitel in der Saison 2018 und bin somit bereit für die letzten zwei Monate im Wettkampfkalender. Der Fokus liegt hier nämlich voll und ganz auf dem Sprint!