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Die Website wurde nun sechs Monate lang nicht bedient. Meistens ein Zeichen, dass ich enorm viel um die Ohren habe. Dies war in diesem Jahr in der Tat der Fall. Auch wenn es sportlich gesehen kein grosses Jahr werden würde, so hatte ich einige spannende und auch emotionale Projekte.
Leider lief es dafür im Training alles andere als gut und so verbrachte und verbringe ich deutlich mehr Zeit in den Arztpraxen, Physios und in Spitälern, als im Wald mit Karte und Kompass. Ehrlich gesagt, ein riesen Frust und auch ein Jahr, das bei mir einige Fragen auslöste.

Seit April arbeitete ich daran, dass meine Verletzung nach dem Unfall im Trainingslager in Portugal (Februar 2020) sich erholt und ich wieder normal trainieren kann. Dies ist mir sehr gut gelungen, dank hervorragender Betreuung und viel Geduld. Im Juni konnte ich ohne Beschwerden wieder völlig normal trainieren – für einige Wochen. Danach wurde ich schlagartig in eine Pause gezwungen, als bei mir der Muskel an der Hüfte nach einem längeren Dauerlauf nicht mehr so halten wollte, wie er sollte. Diagnose: Muskelfaserriss und Pause 4 Wochen ohne Sport. Danach wieder langsamer Aufbau, welcher aber etwas harzig voran ging. Nachdem ich endlich beschwerdefrei alternativ Trainieren konnte und zwei-drei gute Wochen hinter mir hatte kam bereits der nächste Crash.
Und dieses Mal war es leider ein wirklicher Crash – ich stürzte auf einer Rennradtour schwer und musste mit dem Notfalldienst ins Spital gefahren werden. Dort wurde zum Glück alles untersucht und keine grösseren Schäden festgestellt. Ausser, dass ich eine starke Hirnerschütterung hatte und einige offenen Wunden genäht werden musste war alles andere okej. Die Hirnerschütterung beschäftigt mich dann für mehrere Wochen und ich konnte noch kaum ohne grössere Probleme Rennen, da kam auch schon «wieder» (ich hasse dieses Wort) etwas. Nach Schmerzen in der Brust und Atembeschwerden verbrachte ich drei Tag im Spital, da man eine Lungenembolie diagnostiziert hatte. Von wo dies kam / kommt, ist noch nicht ganz klar.

Nun bin ich «wieder» am warten und geduldig sein – etwas, dass ich im Jahr 2020 wohl mehr als je zuvor ausgeübt und vielleicht auch dazugelernt habe.

Aber im Jahr 2020 ist bei mir viel mehr passiert, als dass ich immer wieder Trainingspausen einschieben musste. Es war ein Jahr mit vielen Entscheidungen und mit einigen mutigen Schritten.
Im Frühling 2020 bekam ich die Möglichkeit, einen Traum und verrückte Idee zur Realität werden zu lassen. Ich investierte dank familiärer Unterstützung in ein kleines Häuschen in Norwegen. Ein Ferienhaus direkt am See inmitten der Natur. Während 4 Wochen war ich im Sommer dann vor Ort, um diverse Umbauarbeiten selber durchzuführen. Das Haus verfügt noch nicht über alle Luxusausstattungen, es ist jedoch mehr und mehr zu meiner grossen Leidenschaft geworden und ich freue mich sehr, bald wieder einige Wochen dort oben verbringen zu dürfen.
Sobald die Website zum Haus fertig ist, werde ich auf meiner Website einen Link publizieren, damit Interessenten das Haus für allfällige Ferien mieten können.

Das grosse Projekt in der Saison 2020 ist und bleibt aber wohl trotzdem ein anderes. Nämlich die Veröffentlichung meiner persönlichen Geschichte der letzten 2-3 Jahren. Mit dem Buchprojekt «Matt trotz Glanz» trat ich aus einer eher dunklen Zeit mit einem grossen Paukenschlag an die Öffentlichkeit. Ich darf enorm dankbar sein, dass ich mit Bänz Friedli einen Supporter an meiner Seite habe, der mich bei der medialen Verbreitung und Thematisierung dieses Projektes unterstützt hat. Dank Kaleidosbuch (www.kaleidosbuch.ch) habe ich die genau richtigen Leute an meiner Seite gefunden, die die Publikation des Buches vorantrieben und mir helfen, den Verkauf zu regeln.
Matt trotz Glanz wurde dank der brisanten Thematik um Depressionen im Spitzensport gar im Schweizer Fernseh (SRF Sportpanorama) aufgenommen und auch im TeleBärn, Radio BEO und Radio Bern 1 sowie in etlichen Zeitungen (vor allem auch in der NZZ) durfte ich über meine Geschichte, über mein Buch und über die Thematik berichten.

Es gibt nichts schöneres, als wenn ein so schwieriges Thema und für mich eine so schwierige Zeit mit einem solchen Feedback belohnt wird. Das Buch kann man unter www.matt-trotz-glanz.ch zum Preis von 25.- bestellen. Mir war und ist es wichtig, dieses Thema zu veröffentlichen und nachhaltig etwas zu verändern. Ich hoffe, dass mir dies gelingt.

Das ganze Projekt wäre nicht möglich gewesen ohne zahlreiche Sponsoren.
Mit dem Sportmedizinischen Zentrum Bern Ittigen hatte ich einen ersten wichtigen Sponsor gefunden. Auch agiert Kaleidosbuch als Supporter sowie die Valiant Bank Thun und Niggli Events. 
Der grosse Gamechanger für die Umsetzung ist die passende Gesundheitskasse – EGK. Was für mich ein sehr erfreuliches Engagement bildete.

Versicherung - EGK

Die letzten 2 Jahre im besonderen waren sehr schwierig für mich. Nachdem ich immer besser wurde und näher an die Weltspitze kam, stagnierte die Entwicklung schlagartig im Jahr 2018. Auch wenn ich immer noch einige tolle Erfolge feiern durfte (SM Titel und Medaillen, tolle Leistungen bei Weltcupeinätzen und weiteres), so war die persönliche Entwicklung im Training nicht mehr spürbar. Und dies aus einem sehr einfachen Grund: eine Verletzung / ein Unfall reihte sich nach dem anderen.
Es war / ist schwierig, positiv zu bleiben, wenn just in dem Moment, in dem man etwas überwunden hat, «wieder» etwas neues kommt. Es ist umso schwieriger, wenn man seinem Umfeld «wieder» erklären muss, dass man «wieder» dies oder jenes hat und nicht mehr trainieren kann.
Auch ist es schwierig, wenn man angesprochen wird mit den für mich harten Worten: Was hast du «wieder» oder was ist es «diesmal»?
Aus dem sonst freudigen Sport in der Natur wurde mehr und mehr eine Qual und ein «ich muss» anstatt ich darf. Dies endete schlussendlich in einem Zusammenbruch und der Erkenntnis, dass ich Hilfe benötige – Hilfe, um wieder diese Freude am Training, am Alltag und am Leben zu bekommen, wie ich es eigentlich vorher für so normal gehalten habe. Daran arbeite ich und ich bin überzeugt, dass ich den Weg zurück in den Spitzensport bald finden werde.

Mit Matt trotz Glanz möchte ich nicht nur den Athleten und Menschen helfen, sich öffnen zu können. Ich möchte auch dem Umfeld aufzeigen, was in einem Sportler / Menschen vorgehen kann und wie wichtig es ist, über all diese Emotionen sprechen zu können.
Es würde mich freuen, viele meiner Bücher unter die Leute bringen zu können. Pro verkauftem Exemplar werden je 3.- an die Stiftung TRANSfair weitergegeben. TRANSfair unterstütz Menschen auf dem Weg zurück in den Arbeitsalltag nach psychischen Erkrankungen.

Für mich geht es nun darum, meinem Körper genügend Ruhe zu gönnen und mit vollem Elan, wieder in den Berufsalltag im Training einsteigen zu können.

Alle Berichte über das Buch sind hier:
Radio Bern 1
Tele Bärn
SRF Sportpanorama
NZZ Bericht
Aargauer Zeitung
Berner Zeitung
Swiss Orienteering

www.matt-trotz-glanz.ch