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Verletzung am Hamstring / Addutkor

Ja lange wollte ich dies nicht wirklich eingestehen und wollte einfach so weiter machen, als wäre gar nichts. Aber ich musste nun eingestehen – ich bin verletzt. Viele würden wohl jetzt denken: ach schon wieder, der Floo’s ist doch immer mal verletzt… Aber dies stimmt nicht so ganz. Ich hatte nun lange Zeit keine Probleme und konnte super Trainieren und weiter aufbauen – und das kann ich auch jetzt noch.

Sturz in Neuseeland
Nun was ist passiert? Ganz einfach – es war ein kleiner Sturz, während einem Wettkampf. Dies war im Oktober bei den Neuseeländischen Meisterschaften, als ich bei der Staffel über einen Zaun sprang und etwas unsanft im «Spagat» landete und mir da wohl etwas am Muskel zuzog. Ich trainierte in Neuseeland teilweise mit leichten bis mittleren Schmerzen und machte auch während zwei Wochen eine Laufpause. Zu Hause habe ich dann bei einem Ultraschallbild und auf dem MRI-Bild gesehen, dass der Adduktor-Muskel wohl leicht angerissen war. Der Hamstring ist wohl überstrapaziert, weil der die (Lauf)-Belastungen kompensieren musste und so sind beide Muskeln verkürzt und stark verspannt.

Normaler Dezember
Ich durfte dann eigentlich normal weiter trainieren und musste einfach auf schnelle Laufeinheiten verzichten daheim. Dies kompensierte ich im Wasser und auf dem Velo und konnte so eigentlich ziemlich gut weiter trainieren. Doch leider verbesserte sich der Muskel nicht wie gewünnscht und ich habe mich vor zwei Wochen entschieden, dass ich die Notbremse ziehe und einen oder zwei Schritte zurück gehe. Ich musste also mir und meinem Betreuerteam eingestehen: ich bin verletzt!

Die drei Phasen der Verletzung:
Ich glaube bei einer Verletzung gibt es neben den verschiedensten medizinischen physischen Stadien drei mentale Phasen.
1. Der Frust und die Enttäuschung, oft auch Verdrängung: «Es geht schon, so schlimm wird’s nicht sein»
2. Das Eingeständnis oder auch die Phase des Akzeptieren: «Okej, es ist etwas – ich brauche hilfe, Pause, es muss sich etwas ändern»
3. Die Phase des Vertrauens und der Heilung: «Ich gebe mir Zeit, ich vertraue dem Körper – es kommt wieder – es geht hoch!»

Im Buch über Mentaltraining und Sport «Gold» von Jörg Wetzl (Sportpsychologe) steht ein toller Abschnitt: «erst, wenn ich dem Körper vertraue und mit ihm arbeite, werde ich die Heilung komplettieren.»

Mit Alternativtraining in die richtige Richtung

Nun habe ich also wieder zu einer anderen Art Training gewechselt. Aber dies heisst nicht, dass ich mit weniger Qualität oder Quantität trainiere und dennoch dem Körper die Zeit und Erholung gebe, die der Hamstring  / Adduktor braucht. Dank meinen vielen Erfahrungen mit Verletzungen als Junior habe ich eine grosse Auswahl an super Trainingsmöglichkeit abseits vom Laufen. Ich glaube ich darf mich dort als «Spezialist» sehen und weiss, welches Training wie gut funktioniert. Ich kann also auch jetzt meine 2-3 Stunden pro Tag trainieren, ohne dass ich Schmerzen habe und mit viel Freude dabei.
Und die Einrichtungen im CST sind optimal um dieses Training durchzuführen. Ich kann hier nicht nur draussen bei Sonne, auch drinnen (bei Sonne und ganz ganz ganz wenig Regen) trainieren.

Ich habe mich mit gutem Alternativtraining drei Mal für die Junioren-WM selektioniert und wurde mit Alternativtraining im Winter Juniorenweltmeister im Sommer. Wieso sollte ich also nicht auch mit Alternativtraining an die Elite-EM können oder gar Europameister werden?

Nebst dem Training gibt es in Tenero aber auch viel tolles zu machen. Zweimal in der Woche gehört 2h Italienisch fix in den Tagesplan. Regeneration täglich und einige spassige Spieleabende dürfen nicht fehlen. Aber es bleibt auch Zeit, um die Hauseigene Küche zu benutzen und einen Geburtstagskuchen zu backen…